Ein Stadtgespräch: "Alles Quote oder was? Alles equal oder was?"

Das Bild zeigt die Referenten des Stadtgesprächs.
 
 

Am 29. April 2015 diskutierten wir mit Reiner Eifler, Geschäftsführer der DGB-Region Niedersachsen-Mitte, Andreas Gehrke, GEW-Hauptvorstand, Leiter des Arbeitsbereichs Tarif- und Beamtenpolitik, Naciye Celebi-Bektas, Gleichstellungsreferentin, DGB Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt und Christa Greve, Gesamtpersonalrätin der Stadt Hannover und Mitglied im ver.di-Landesfachbereichsvorstand Gesundheit über das Thema "Alles Quote oder was? Hannover 2030 - Stadt der guten Arbeit".

 

Am 6. März hatte der Bundestag mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe eine Quote von 30 Prozent für Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst beschlossen. Erstmals seit Jahren ist der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern in Niedersachsen wieder gestiegen: 2013 lag der sogenannte Gender Pay Gap bei 20 Prozent. In 2014 ist er auf 22 Prozent gestiegen.

Um auf den gleichen Verdienst wie Männer zu kommen, müssen Frauen in diesem Jahr 79 Tage länger arbeiten. Erst dann ist die Einkommenslücke für das vorangegangene Jahr geschlossen. Im Podium war man sich einig, dass dort besonders Transparenz nötig ist, wo kein Tarifvertrag darüber Auskunft gibt, was der gerechte Lohn für eine Tätigkeit ist. Gleiche und gleichwertige Arbeit muss gleich vergütet werden. Beschäftigte wie Interessenvertretungen brauchen Informations- und Mitbestimmungsrechte, wenn es um betriebliche Entgeltsysteme und die Struktur der Vergütungen geht. Sie müssen bei deren Überprüfung und Verbesserung beteiligt werden.

Ein weiteres wichtiges Thema war die zunehmende soziale Spaltung in der Gesellschaft, gerade in den deutschen Großstädten. Obwohl die Wirtschaft boomt, sind die Zahlen der Beschäftigten im Niedriglohnsektor und in der Zeitarbeit, die zum Teil ihren Lohn mit Sozialleistungen aufstocken müssen, um über die Runden zu kommen, besorgniserregend. Der Mindestlohn ist ein erster, wichtiger Schritt.

Dieser muss überall durchgesetzt werden. Weitere Schritte sind erforderlich, etwa klare gesetzliche Regelungen gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse. In Deutschland muss daher auch eine Debatte über gleichwertige Lebensverhältnisse geführt werden. Der Wert der Arbeit sollte deutlich gesteigert und mehr wertgeschätzt werden. Wir brauchen starke Gewerkschaften und bekennen uns zur Tarifautonomie.