Wilma Conradi

(* 13. Mai 1905 in Hannover, + 27. Oktober 1992 in Hannover)

Ausbildung, Beruf und politischer Werdegang
Wilma Conradi wurde am 13. Mai 1905 in Hannover geboren. Da der Vater bei der Hanomag arbeitete, zog die Familie, als sie ein alt Jahr war, nach Linden, wo Conradi Zeit ihres Lebens wohnen blieb. Sie entstammte einem sozialdemokratischen Elternhaus und ihr Vater las ihr und ihrer Mutter regelmäßig aus der SPD-Zeitung „Der Volkswille“ vor. 1914 zog der Vater in den ersten Weltkrieg. Um ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen arbeitete die Mutter während dieser Zeit als Schneiderin. Conradi hatte die Volksschule absolviert und durfte dann aufgrund ihrer guten Leistungen in eine Selectaklasse. Anschließend bekam sie eine Freistelle in einer städtischen Handelsschule für Mädchen.
1920 kam der Vater mit einem lahmen Bein aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Er fand ein Jahr keine Arbeit und Wilma Conradi war als Älteste gezwungen eine Anstellung in einem Büro und eine Abendstelle anzunehmen, damit ihre Brüder weiter zur Schule gehen konnten und ihre Familie versorgt war. Sie wechselte oft die Arbeitgeber und war zuletzt bei Kaffe-Grote, wo sie zwei Jahre nach der Geburt ihrer Tochter erneut anfing zu arbeiten. Aufgrund des hohen Arbeitspensums konnte sie sich nicht in der Arbeiterjugend engagieren.
Mit 21 Jahren trat sie 1926 in die SPD ein und aus der Kirche aus. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten nahm Conradi an heimlichen Zusammenkünften teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie von August Holweg überredet sich im Stadtrat zu engagieren. Als Wilma Conradi 1946 in den Rat einzog war sie 41 Jahre alt, geschieden und alleinerziehend. Während der Sitzungen kümmerte sich ihre Mutter um ihre Tochter. Von 1952 bis 1965 arbeitete Conradi im SPD-Bezirksbüro für Hermann Schönleiter und Hans Striefler.
Wilma Conradi engagierte sich vor allem im Werks-, Schul- und Bauausschuss. Der Werksausschuss befasste sich mit der Versorgung der Stadt mit Wasser, Strom und Gas. Im zerstörten Hannover verfügten nur wenige Haushalte über die entsprechenden Anbindungen und die Reparaturen mussten geplant und koordiniert werden. 1970 verlor der Ausschuss seinen Zweck, da die Stadtwerke in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurden und löste sich auf.
Die Liebe zu ihrem Stadtteil Linden zeigten vor allem ihre Lieblingsprojekte: das Heizkraftwerk an der Ihme und das Freizeitheim Linden. Auch an der Durchsetzung der IGS Linden war Conradi beteiligt, da sie sich von je her für ein modernes Schulwesen einsetzte.
1972 schied Wilma Conradi aus dem Rat aus. Sie starb am 27. Oktober 1992 in Hannover.

 

Erinnerungsort in Hannover

  • Nach Ihr ist der Wilma-Conradi-Weg in Linden benannt.

von Jasmin und Frank Straßburger


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